Caput Mortuum, Wandmalerei und Rauminstallation im holländischen Viertel,
Charlottenstraße 11, Potsdam zum Heimatfestival LOCALIZE, 2009 (Foto 1: Marek Kucera)
 
Die Decke des Raums ist mit Eisenoxyd-Farbe gestrichen und in die Wände sind an die hundert rostige Nägel eingeschlagen worden. Sie sind wie Setzungen, festgeklopft und unveränderlich. Im Gegensatz dazu die porös gewordene Deckenfarbe. Ihre Konsistenz hat sich über die Jahre verändert, lässt sich leicht abreiben und rieselt als Farbstaub auf den Boden.
Das erinnert mich an die Entdeckungsgeschichte des Pigments, das als unbrauchbares Abfallprodukt alchemistischer Versuche die Bezeichnung „Caput mortuum“ - also Totenkopf - bekam. Decke und Boden spiegeln sich.
Ich nehme den frischen Farbstaub auf, verflüssige ihn und zeichne Linien, die die Nägel miteinander verbinden. Sie sind Ausgang, Richtung oder Widerstand.