Häppchenweise, Kunstaktion zur Kunstgenusstour
im Souterrain des Brandenburgischen Kunstvereins in Potsdam
(Konzept: Sibylla Weisweiler und Ilse Winckler, Text: Ilse Winckler), 2008
 
Potsdam genießen
Fortsetzung der Kunstaktion Häppchenweise zur Kunstgenusstour in Potsdam, 2009 (Foto 3)
 
Es stellt sich die Frage, ob ein Lebensmittel, das einmal in die Nähe von Kunst geraten ist, schmecken darf. Denn in diesen Zusammenhang gebracht, kann schon ein harmloser Keks zum schwer verdaulichen Brocken werden. Keine Angst! In einer KUNSTGENUSSTOUR ist ein KUNSTKEKS genießbar. Er gibt dem altbewährten Esspapier als Text- und Bildträger die erforderliche Stabilität und entspricht den Anforderungen zeitgenössischer Lebensmittelgesetze. Obwohl durchaus dazu geeignet, ist ein Kunstkeks (einzeln verpackt in maßgefertigten Schachteln und in einer Kunstveranstaltung angeboten) zunächst vor unbedarftem Konsum geschützt. Jeder, der ihn erwirbt, weiß, dass er einen Preis zahlt, der für einen gewöhnlichen Keks zu hoch, für einen Kunstkeks allerdings ein SCHNÄPPCHEN ist. Ungeachtet seiner möglichen Wertsteigerung – was eine andere Sache ist – wird ein ausbleibender Kunstgenuss in der Regel dem Käufer zugeschrieben. Er wird sich an dieser Stelle fragen: ESSEN ODER SAMMELN? Das Essen eines Kunstgegenstandes als Akt intimster Nähe und Einverleibung eines solchen sollte eine Option bleiben, auch wenn noch gezögert wird. In diesem Fall können Kunstkekse ohne weiteres für eine Zeitlang in der Schublade verschwinden und später nach Belieben HÄPPCHENWEISE wieder hervorgeholt und gegessen werden.